Von: Redaktion
Das deutsche Moderatorenduo Joko und Klaas hat bei einer Spielshow des deutschen Senders Pro Sieben 15 Minuten Sendezeit gewonnen, die gemäß den Spielregeln frei gestaltet werden dürfen. Abgeliefert haben sie dafür eine Dokumentation über die Ukraine, die allerdings 3 Stunden und 20 Minuten lang ist – und die von Pro Sieben vergangenen Samstag, 6. 6. 2026, unter dem Titel „Alltag in der Ukraine #dontlookaway“ tatsächlich in voller Länge und ohne Werbeunterbrechung zur Hauptsendezeit gesendet wurde.
Der Bericht, der am 1.561. (eintausendfünfhundertundeinundsechzigsten) Tag des russischen Totalüberfalls auf die Ukraine gesendet wurde, zeigt den Alltag von fünf Personen, die diesen Tag mit am Körper getragenen Kameras dokumentiert haben.
Es sind dies Bogdan,26, Evakuierungsteam – Dmytro,24, Soldat – Gennadiy,50, Polizist – Olga, 39, Zivilistin – Andriy, 39, Chirurg. Schauplätze sind Kramatorsk (Oblast Donezk), Kherson sowie die südliche und die östliche Frontlinie.
Gezeigt wird auf ungeschönte und schonungslose Art der Kriegsalltag in der Ukraine und gibt solcherart den Menschen dieses Landes, die in unseren Medien meist nur in Form anonymer Opferzahlen präsent sind, ein Gesicht, das uns zukünftig begleiten kann und wird.
Kaum jemand wird es schaffen, diesen Bericht in einem durch anzusehen. Das liegt nicht etwa bloß an seiner außergewöhnlichen Länge, sondern vor allem an der Dichte des Dargestellten, das einen Alltag zeigt, der sich eigentlich gar nicht besonders von unserem Alltag im (noch) friedlichen Rest Europas unterscheidet – außer dass er durchdrungen ist von Verwüstung, Verderben und Tod, ins Land gebracht durch die russischen Aggressoren und seit mehr als vier Jahren allgegenwärtig.
Wie die Menschen dort mit all dem fertig werden, ohne zu murren und ohne zu jammern, wie sie auch unter den widrigsten Umständen vollkommen selbstverständlich füreinander da sind, das nötigt allergrößten Respekt ab. Oft scheint es, als ob diese ukrainische Gesellschaft, ganz im Gegensatz zur Rezeption in unseren Medien, der unsrigen um Vieles voraus wäre.
Der Bericht kann auf YouTube oder joyn.at gesehen werden und hatte auf YouTube nach 4 Tagen bereits an die 160.000 Views.
Das Schlusswort gehört Bogdan, mit dem der Bericht auch begonnen hat:
„Anfang des Jahres hat sich eine deutsche Produktionsfirma bei uns gemeldet und gefragt ‚Was würdet ihr den Menschen über euren Alltag erzählen?‘ ‚Was sollten sie sehen?‘ Das war es, was wir euch zeigen wollten. So sehen unsere Tage aus. Das ist unser Leben! Wenn der Krieg kommt… ist es so schockierend… Es ist so schockierend, dass du dich verlierst. Das ändert alles. Einige Menschen gehen fort… andere gewöhnen sich daran. Wieder andere übernehmen eine aktive Rolle. Es gibt also verschiedene Arten von Menschen. Im Kriegszustand… gibt es viel Chaos… Es gibt viele unvorhersehbare Situationen. Deshalb kann man nicht planen. Deshalb leben wir im Augenblick. Das Leben ist heute… weil… die Zukunft ist sehr unsicher. Ich liebe die Ukraine, ich denke, sie ist ein großartiges Land. Großartige Menschen. Ich hoffe, dass die Ukraine bestehen bleibt. Irgendwie.“
Von zwischenwelt.international gibt’s eine klare Empfehlung, unbedingt zu schauen – auch wenn es angesichts des Gezeigten manchmal wirklich weh tut.


