Die Kinder von Gaza

Von Dmitry Chernyshev, am 7. 10. 2026 auf seiner Facebookseite veröffentlicht

Dmitri Tschernyschew (Foto: Facebook) ist ein russischer Fotograf und lebt in Turin
Dmitry Chernyshev (Foto: Facebook) ist ein russischer Fotograf und lebt in Turin

Zum Jahrestag der schrecklichen Tragödie vom 7. Oktober möchte ich über die Zivilbevölkerung in Gaza schreiben. Ich kann die Menschen sehr gut verstehen, denen die getöteten Kinder leidtun. Ich kann mir vorstellen, welch starken Eindruck der Film „NAZA“ auf sie gemacht hat. Das Einzige, was ich nicht verstehe:

Warum richten sie ihre Vorwürfe wegen der zivilen Opfer an Israel? Warum nicht an die Hamas? Warum nicht an Ägypten? Warum nicht an die arabischen Staaten? Warum nicht an den Islam mit seiner Ideologie des Religionskriegs?

Der grundlegende Unterschied zwischen Israel und der Hamas besteht darin, dass Israel Waffen eingesetzt hat, um seine Menschen zu schützen. Die Hamas dagegen hat ihre Menschen eingesetzt, um ihre Waffen zu schützen.

Die erste PFLICHT jeder normalen Regierung besteht darin, ihre Kinder zu schützen. Wozu braucht man sonst überhaupt eine solche Regierung?

Ich sehe sehr deutlich, was Israel tut, um seine Kinder zu schützen:

1. In fast jedem Haus, in jeder Schule und in allen neuen Wohnbauten des Landes gibt es Schutzräume. Das kostet wahnsinnig viel Geld, aber es rettet Kinder.

2. Israel ist nicht das reichste Land der Welt, hat aber eine außergewöhnliche mehrschichtige Luftverteidigung aufgebaut. Etwas Vergleichbares existiertes kaum irgendwo sonst auf der Welt. Dieses Verteidigungssystem besteht aus vier Ebenen. Gegen jede Rakete, die auf israelische Städte zufliegt, werden zwei Abfangraketen eingesetzt, um möglichst sicher zu treffen. Das kostet wahnsinnig viel Geld, aber es rettet Kinder.

3. Israel hat Hunderttausende Bewohner aus besonders gefährdeten Gebieten evakuiert. Sie wurden vorübergehend in sichereren Regionen des Landes untergebracht. Das kostet wahnsinnig viel Geld, aber es rettet Kinder.

Mehr noch: Ich sehe auch sehr deutlich, was Israel tut, um Kinder in Gaza zu schützen:

1. Israel begann nicht sofort mit seinen militärischen Gegenmaßnahmen. In dieser Zeit hätte man Kinder aus Gaza herausbringen können – jedem war klar, dass die israelische Reaktion sehr massiv ausfallen würde. Das hätte Kinder in Gaza retten können.

2. Israel setzte lange die Taktik des sogenannten „Roof Knocking“ ein und warnte damit vor Gebäuden, die angegriffen werden sollten. Welche Armee der Welt führt einen Krieg auf diese Weise? Das rettete Kinder in Gaza.

3. Israel kündigte im Voraus an, in welchen Gebieten militärische Operationen stattfinden würden und welche Gebiete als sicherer gelten sollten. Außerdem wurde Zeit eingeräumt, gefährdete Orte zu verlassen. Damit handelte Israel faktisch sogar gegen die Interessen seiner eigenen Armee – normalerweise warnt man einen Gegner im Krieg nicht im Voraus vor bevorstehenden Operationen. Das rettet aber Kinder in Gaza.

4. Israel setzt Präzisionswaffen ein und schießt nicht einfach wahllos in ganze Gebiete. Das rettet Kinder in Gaza.

Vergleichen Sie das mit dem Vorgehen der russischen Armee in der Ukraine, die ganze Gebiete zerstört, soweit ihre Waffen reichen.

Und nun vergleichen wir das mit dem, was die Hamas tut, um die Kinder in Gaza zu schützen:

1. Die Hamas begeht ein Verbrechen an den Kindern Gazas, indem sie sie zu Märtyrern erzieht. Die ideologische Vorbereitung beginnt bereits im Kindergarten. Kindern wird vermittelt, dass der Tod für den Glauben etwas Gottgefälliges sei.

2. Die Hamas hat die Kinder Gazas beraubt, indem sie Gelder internationaler Hilfsorganisationen für Krieg und Bewaffnung statt für Entwicklung verwendet hat.

3. Die New York Times schreibt, dass die Länge der Hamas-Tunnel, die ursprünglich auf rund 400 Kilometer geschätzt wurde, tatsächlich mindestens 720 Kilometer betragen könne – damit wäre das Tunnelsystem länger als die Moskauer Metro mit etwa 466 Kilometern. Es soll Tausende bekannte Ein- und Ausgänge geben. Und was ist mit Schutzräumen für Kinder? Die gibt es nicht. Führende Hamas-Vertreter erklären, die Vereinten Nationen müssten sich um die Zivilbevölkerung kümmern, während Hamas selbst für ihre Kämpfer zuständig sei.

4. Die Hamas hat die Evakuierung von Zivilisten in sicherere Gebiete behindert und versucht, die Bevölkerung als Schutzschild zu benutzen. Berichten zufolge wurden auch Menschen angegriffen, die gefährdete Gebiete verlassen wollten. Das ist ein Verbrechen an den Kindern Gazas.

5. Die Raketen, die Hamas teilweise aus umfunktionierten Rohren herstellt, sind äußerst unzuverlässig. Ein Teil dieser Raketen fällt bereits innerhalb des Gazastreifens herunter und tötet dort Menschen. Das ist ein Verbrechen an den Kindern Gazas.

6. Woran dachten die Hamas-Führer, als sie den größten Terrorangriff in der Geschichte Israels planten? Haben sie ernsthaft geglaubt, es werde keine Reaktion geben? „Alice wusste, dass, wenn man sich tief mit einem Messer in den Finger schneidet, aus diesem Finger normalerweise Blut fließt.“ Faktisch hat Hamas ihre eigene Bevölkerung der zu erwartenden militärischen Antwort ausgesetzt – während zahlreiche Hamas-Funktionäre selbst lange Zeit komfortabel im Ausland lebten.

7. Zur Arabischen Liga gehören 22 Staaten. Einige davon sind ungeheuer reich. Ich verstehe, dass viele Staaten nach ihren bisherigen Erfahrungen mit palästinensischen Flüchtlingsbewegungen keine große Zahl dauerhaft aufnehmen wollen. Aber könnte man wenigstens Kinder für die Dauer des Krieges aufnehmen? Muslimische Solidarität, Brüder im Glauben und all diese Begriffe – wo bleiben sie denn? Europa hat Millionen ukrainische Flüchtlinge aufgenommen. Was hindert wohlhabende arabische Staaten daran, Kinder aus Gaza zeitweise aufzunehmen?

Man muss verstehen: Wenn über die getöteten Kinder in Gaza gesprochen wird, dann vermindert das nicht die Verantwortung der Terroristen – es vergrößert sie.

Jedes in Gaza getötete Kind liegt auch auf dem Gewissen der Hamas.

(Aus dem Englischen von Anatoli Loucher)