Jachan wurde als erster Nicht-Ukrainer ausgezeichnet!
Herzliche Gratulation von Zwischenwelt International
Von Sonja Pleßl

Gleich zwei Auszeichnungen erhielt Georg Jachan gemeinsam mit seinem Team des “Vereins für weltweite Nothilfe”, eine davon als erster Nicht-Ukrainer vom Battalion Arey aus der Ukraine für humanitäre Hilfe. Nur wenige Wochen danach verlieh ihm und seinem Team die ukrainische Vereinigung für Militärseelsorge ihre Auszeichnung für humanitäre Hilfe.
“Humanitäre Hilfe” – das hört sich mitunter so leicht an. Konkret aber bedeutet es: Komplette Organisation und Finanzierung und teilweise eigene Durchführung von 800 Evakuierungen von ZivilistInnen aus den Orten an der Front. Im konkreten Fall vor allem aus der Umgebung der Frontstadt Kramatorsk im Oblast Donezk und aus der Frontstadt Schachtarske im Oblast Dnipropetrowsk.
Es bedeutet die Lieferung von eineinhalb Millionen Powerriegeln aus Österreich. Das ist eine besondere Geschichte, denn sie begann klein und beinahe unbedeutend und wurde eine der größten und nachhaltigsten Erfolgsgeschichten von Georg Jachan und seinem Verein. Diese Riegel retten buchstäblich vor dem Hungertod. Sie werden mit Vampirdrohnen von der Ukraine zu ZivilistInnen in den Kampfgebieten geliefert, die anders nicht mehr erreicht werden können. Das Ziel ist, dass sie so lange überleben können, bis ihre Evakuierung möglich ist.
Russische Besatzung bedeutet totale Willkür, Folter, Plünderung, Zwangsrekrutierung für den russischen Angriffskrieg. Der Hunger in der Ukraine ist nicht nur eine dunkle Erinnerung im Familiengedächtnis, er ist barbarische Gegenwart in russisch besetzten Gebieten.Als Georg Jachan das letzte Mal in den Frontgebieten der Ukraine war, kamen ihm Frauen und Männer entgegengelaufen, die er noch nie gesehen hat – und die ihn noch nie gesehen hatten. Sie riefen: “Bist u der Georg Jachan?!” Sie wussten keine Details, nur das: Dank der Arbeit seines Vereins haben sie überlebt.
Ich habe Georg Jachan 2022 kennengelernt, als ich über einen Beitrag in den NÖN von seiner Hilfstätigkeit für die Ukraine erfahren hatte. Seither sind wir in regelmäßigem Kontakt. Zuletzt interviewte ich Georg Jachan 2026 über mehrere Stunden für mein geplantes Buch. Während des Gesprächs wurde ich Zeugin, wie Georg Jachan direkt aus einer Frontstadt angerufen wurde. Das und das ist passiert. Das und das braucht man dringend. Kann er helfen? Jachan, übermüdet, mit wochenlangem finanziellen Stillstand am Vereinskonto, im Haus seiner Oma im Waldviertel, das Handy ans Ohr gedrückt: “Ich schaue, was ich machen kann.”
Dieser Tage ging ein weiterer Transport nach Lwiw und Georg Jachan bereitet die Überstellung eines Rettungsautos vor. Es gibt keinen weiteren österreichischen Verein, der so weit in den Osten Hilfe bringt. Wiederholt ist Georg Jachan unter Beschuss geraten. Es ist eine Gratwanderung zwischen dem Christophorus, der die Last der Welt auf seinen Schultern tragen will, und dem Wissen, dass man, um weiterarbeiten zu können, sehr auf sich achtgeben muss.
Der Veren für weltweite Nothilfe hat eine Achterbahn hinter sich, wie sie vielleicht für das kleine Land Österreich, ummantelt von der Traumwelt Neutralität, nicht untypisch ist: Über Nacht einsetzende enorme Welle der Solidarität nach Russlands Überfall auf die ganze Ukraine im Februar 2022. Obmann Georg Jachan muss hohe Beträge schnell und effizient in konkrete Hilfe umsetzen. Es gibt Tage, daschläft er mit dem Handy in der Hand im Morgengrauen ein. Nur wenige Monate später kommt der finanzielle Einbruch.
Zynismus ist die eine Sache: Die Russen kommen ohnehin nicht durch! Wir haben schon geholfen! Die Ukrainer, die machen das schon! (Ich kann mich selbst an ein solches Gespräch mit einem akademisch Gebildeten erinnern, und es läuft mir jetzt noch kalt über den Rücken.)
Russische Propaganda, verbreitet über österreichische ideologische Tentakeln, die andere: Die NATO, die USA, die Juden, wir müssen die Neutralität schützen, die Ukrainer sollen a Ruh geben, der Zelenskyj… … …
Jachan verliert seinen Mentor an die Propaganda. Ein Verlust, der ihn noch immer schmerzt. Am Konto oft wochenlang: Nichts. Am Handy: Anrufe aus den Städten und Ortschaften an der Front. Albträume.
Im Interview mit den NÖN nach der zweifachen Auszeichnung sagte Jachan:
“Ohne ukrainisches Militär wäre humanitäre Hilfe in der Ostukraine nicht möglich.”
Das ist eine sogenannte Binsenweisheit in der Ukraine – und in vielen anderen Nationen – nicht aber im neutralen Österreich, wo “Militär” noch immer ein Propagandawort jener ist, die Täter mit Opfern verwechseln, als wäre “Militär” an sich und nicht der Täter Putinrussland der Aggressor.
Wer die Möglichkeit hatte, mit Georg Jachan persönlich länger ins Gespräch zu kommen, weiß um dessen schwarzen Humor, der ihm hilft, auch in Situationen weiterzumachen, in denen er noch nicht weiß, wie er die Hilfe bewerkstelligen soll.
“Eigentlich müsste Russland uns finanziell unterstützen, da wir jene evakuieren müssen, die Putin ‘befreien’ möchte”, sagte Jachan im Interview mit den NÖN.
Das ist auch ein Wink mit dem Zaunpfahl an jene in Österreich, die der russischen Propaganda mehr abgewinnen können als der nackten Wahrheit.
Zwischenwelt International gratuliert Georg Jachan und seinem Team für die hochrangigen Auszeichnungen und bittet unsere LeserInnen, diesen Beitrag vielfach zu teilen.
Denn Georg Jachan hätte schon längst im ORF zu sehen sein müssen. Wer kann: Bitte um einen noch so kleinen Beitrag – als konkrete Hilfe und als moralische Unterstützung:
IBAN AT95 3242 6000 0091 3863
lautend auf “Verein für weltweite Nothilfe”,
Kennwort: Ukraine (ZVR-Zahl 1340758810)
